Statement zu PISA-Studie: Bildungsgerechtigkeit beginnt in der Kita

veröffentlicht 10.09.2026 von rk, Dekanat Darmstadt

Das Ergebnis der jüngsten Pisa-Studie für deutsche Schülerinnen und Schüler ist so schlecht wie nie. Dazu nimmt Michael Müller Möscheid, Geschäftsführer der GüT, Stellung.

Bildungsgerechtigkeit beginnt in der Kita
Statement zu den schlechten Ergebgnissen der PISA-Studie

Die aktuellen Ergebnisse der PISA-Studie sind ein deutlicher Weckruf. Besonders nachdenklich macht dabei weniger Deutschlands Platz in einem internationalen Ranking als ein anderer Befund: Der Bildungserfolg junger Menschen hängt weiterhin erheblich von ihrer sozialen Herkunft ab. Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben deutlich geringere Chancen, ihr Bildungspotenzial auszuschöpfen. Die soziale Schere öffnet sich früh – lange bevor Kinder eine weiterführende Schule besuchen.

Deshalb beginnt Bildungsgerechtigkeit für das Evangelische Dekanat Darmstadt nicht erst in der Schule. Die gemeindeübergreifende Trägerschaft (GüT) verantwortet derzeit 30 evangelische Kindertagesstätten. Zum 1. Januar 2027 wächst die Trägerschaft auf 36 Kitas mit insgesamt rund 2.500 Betreuungsplätzen.

Kitas sind Bildungsorte. Hier entstehen Beziehungen, Sprache wird entwickelt, Neugier geweckt, Selbstwirksamkeit erfahren und die Grundlage für weiteres Lernen gelegt. Gerade Kinder, die unter schwierigeren sozialen oder ökonomischen Bedingungen aufwachsen, brauchen verlässliche Zugänge zu guter früher Bildung.

Dabei geht es nicht darum, Eltern zu erklären, wie Erziehung „richtig“ funktioniert. Evangelische Kitas arbeiten partnerschaftlich mit Familien zusammen, nehmen ihre Ressourcen ernst und wollen gemeinsam Bedingungen schaffen, unter denen jedes Kind die Förderung erhält, die es für seine Entwicklung und Zukunft braucht.

Als evangelischer Träger stellt sich das Dekanat dieser Verantwortung auch weiterhin. Die Kirche steht zu ihren Kindertagesstätten. Sie bringt eigene finanzielle Mittel, Gebäude und Infrastruktur ein und beteiligt sich damit dauerhaft an guter frühkindlicher Bildung.

„Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass die Zukunft eines Kindes möglichst wenig davon abhängt, in welche Familie es hineingeboren wird. Dazu brauchen wir gute Kitas, starke Fachkräfte und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern. Gleichzeitig reichen wir den Kommunen, mit denen wir unsere Kitas gemeinsam tragen, und unseren weiteren Partnerinnen und Partnern ausdrücklich die Hand. Bildungsgerechtigkeit ist eine gemeinsame Aufgabe – und sie beginnt nicht irgendwann, sondern von Anfang an“, sagt Michael Müller-Möscheid, Geschäftsführer der gemeindeübergreifenden Kita-Trägerschaft im Evangelischen Dekanat Darmstadt.