Vielseitigkeit des Pfarrberufs geschätzt
Pfarrerin Barbara Themel wird am 14. Juni in den Ruhestand verabschiedet
Nach 21 Jahren in der Evangelischen Kreuzkirchengemeinde in Arheilgen geht Pfarrerin Barbara Themel in den Ruhestand. Am Sonntag, 14. Juni, um 16 Uhr wird sie durch den Stellvertretenden Dekan Sven Sabary im Gottesdienst in der Kreuzkirche, Jakob-Jung-Straße 29, verabschiedet.
„Mehr Freiheit, weniger Verantwortung“ verbindet sie mit dem Ruhestand. Während sie sich Anfang des Jahres ein Leben als Pensionärin noch gar nicht vorstellen konnte, wie sie sagt, wird es für sie jetzt immer konkreter. Der Umzug vom Pfarrhaus zwei Straßen weiter steht bevor. Der „innere Abnabelungsprozess“ habe begonnen. Viele Dinge, die sie gerade tut, tut sie in ihrem Dienst zum letzten Mal, wie etwa Gottesdienst im Seniorenheim Fiedlersee oder den Abschiedsgottesdienst für Kindergartenkinder, die nach den Sommerferien eingeschult werden, zu halten.
Sie hat die Vielseitigkeit in ihrem Beruf immer geschätzt. Besonders vermissen wird sie es, Predigten zu halten, Religions- und Konfirmationsunterreicht zu erteilen oder mit den Kita-Kindern über Gott zu reden, sagt sie. „Ich fand die Abwechslung des Pfarrdienstes klasse“, sagt die Siebenundsechzigjährige. Am Anfang habe sie sich „vor Beerdigungen gefürchtet“. Heute ist es für sie die „dankbarste Aufgabe“, da sie Menschen hier intensiv begleiten konnte. In guter Erinnerung behalten wird sie etwa auch die Nachtwanderungen zur Wartburg bei der jährlichen Konfi-Fahrt. Auch Verwaltungsarbeit habe sie nie gescheut.
Dass sie als Frühaufsteherin nun nicht mehr gleich am Schreibtisch sitzen muss, daran wird sie sich gewöhnen müssen. „Ich muss eine neue Tagesstruktur einüben“, sagt die verheiratete Mutter zweier Söhne. Auch das „eng mit dem Kirchenjahr verbundene Leben und Arbeiten“ werde nun lockerer werden. Vermissen werde sie zudem das „kollegiale Miteinander“ im Nachbarschaftsraum mit der Auferstehungsgemeinde und Kirchengemeinde Wixhausen.
Barbara Themel ist auf dem zweiten Bildungsweg zum Pfarrdienst gekommen. Zuvor war sie Hauswirtschaftsleiterin und hat schon mit Anfang 20 ein Mütterkurheim geleitet. Dann entschloss sie sich für ein Theologie-Studium, das sie in Frankfurt, Heidelberg, Mainz und in den USA absolvierte. Danach folgten neun Jahre Gemeindepfarramt in Frankfurt-Zeilsheim, bevor sie 2005 in die Kreuzkirchengemeinde Arheilgen kam. Auch übergemeindlich engagierte sie sich, war viele Jahre Mitglied im Dekanatssynodalvorstand und stellvertretende Dekanin. Zudem war sie Lehrpfarrerin von zwei Vikarinnen. „Dass beide engagierte Pfarrerinnen geworden sind, freut mich sehr“, so Barbara Themel.
Nun freut sie sich darauf, ihre Hobbies intensiver betreiben zu können, wie etwa den „Erlebnistanz“, hier gibt sie schon Kurse bei der Akademie 55+. Sie mag Linedance und alte englische Contratänze. Gern möchte sie auch wieder mehr lesen und dazu mit Ruhe und Zeit in der Stadtbibliothek stöbern, in Ausstellungen und ins Theater gehen, Rad fahren, reisen und noch mehr Sport treiben. „Ich bin gern in Bewegung“, so die Theologin. Auch werde sie weiterhin ihrer Gemeinde treu bleiben, stehe für Gottesdienst-Vertretungen und Seniorenarbeit zur Verfügung.