Gemeindepädagogin Sabine Kreitschmann geht nach 38 Jahren in Eberstadt in den Ruhestand
Verabschiedung am Sonntag, 13. September, 14 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche
Fast ihr ganzes Berufsleben hat Sabine Kreitschmann im Dienst der evangelischen Kirchengemeinden in Eberstadt verbracht. 38 Jahre hat sie als Gemeindepädagogin hier gewirkt, zunächst in der Kirchengemeinde Eberstadt-Süd, später auch in der Dreifaltigkeitsgemeinde und in der Christuskirchengemeinde, zuletzt in der aus allen dreien fusionierten Kirchengemeinde in Darmstadt-Eberstadt. Am Sonntag, 13. September, 14 Uhr, wird sie im Gottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche, Heidelberger Landstraße 305, durch Dekan Dr. Raimund Wirth verabschiedet.
Junge Menschen begleiten war ihr wichtigstes Anliegen, deren Entwicklung mitverfolgen, ihnen seelsorgerlich zur Seite stehen. Die Beziehung zu Menschen, „echt und verbindlich“, stand für Sabine Kreitschmann immer im Mittelpunkt. Und sie ist überzeugt: „Kirche muss nah an den Menschen bleiben und Orte zur Begegnung bieten“, so die Dreiundsechzigjährige. Wichtig sei, verlässliche Ansprechpersonen zu haben. „Wenn ich heute auf diese 38 Jahre zurückblicke, denke ich vor allem an die vielen Begegnungen: mit Kindern, Jugendlichen, Familien, Erwachsenen, Ehrenamtlichen, Pfarrerinnen und Pfarrern, Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern sowie meinen Kolleginnen und Kollegen im pädagogischen Dienst“, zählt Sabine Kreitschmann auf. Sie alle hätten ihr Berufsleben geprägt und bereichert. Nach einer schweren Erkrankung vor zwei Jahren sei ihr jedoch vieles schwerer gefallen, was sie dazu veranlasst habe, früher in den Ruhestand zu gehen.
Sabine Kreitschmann war neben ihrem gemeindepädagogischen Dienst immer auch mit einem Stellenanteil in der Verwaltung tätig: in Pfarrbüros, einer Lehranstalt für Logopädie und im Dekanat. Hier unterstützte sie die Referentinnen und Referenten der Bildung, Jugend, Mission und Ökumene.
Die Liste ihrer Tätigkeiten in ihrer Funktion als Gemeindepädagogin in Eberstadt ist lang. Kindergottesdienst, Konfirmandenarbeit, Ferienspiele, Mini-Gottesdienste, Krippenspiele, ökumenische Schatzsuche im Herbst, Faschingsfeiern für Familien, Entdeckungstage und Tauferinnerungsfeiern bis hin zu Religionsunterricht, Naturprojekten an Schulen, Kinderkino, „Familien on Tour“, Flötenunterricht, Lagerfeuerabende oder auch das spirituelle Angebot „Oase“ für Erwachsene. Langeweile kam bei ihr nie auf, wie sie sagt, „ganz im Gegenteil“. Die Menschen und die Themen, die sie beschäftigen, seien durch die Jahre hindurch immer wieder andere gewesen.
Dabei lag ihr die Gewinnung und Begleitung von jungen Ehrenamtlichen immer am Herzen. „Mein Ziel war es stets, Menschen zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen, eigene Ideen einzubringen und sich auszuprobieren“, sagt Sabine Kreitschmann. Sie sollten möglichst viel Gestaltungsfreiheit haben und gleichzeitig die Unterstützung bekommen, die sie brauchten: „Zu erleben, wie Menschen an ihren Aufgaben wachsen, war eines der größten Geschenke meiner Arbeit.“ Besonders gern denkt sie an die Freizeiten zurück, ob ganz nah in Ernsthofen oder weiter weg in Österreich oder Norwegen. Auch Mitarbeitendenfreizeiten und deutsch-französische Jugendbegegnungen haben „viele unvergessliche Erinnerungen geschaffen“.
In ihrem Ruhestand möchte sie sich nun mit mehr Zeit ihrer Gesundheit, ihren Freundinnen, ihrer Familie und vor allem den Enkeln widmen. Auch in die Betreuung ihrer Mutter ist sie einbezogen. Gern möchte sie wieder häufiger im Garten wirken oder ihn einfach genießen, lesen und im Chor singen, wieder flöten oder Saxophon spielen lernen. Vielleicht gäbe es auch wieder mehr Gelegenheiten für Kino- und Theaterbesuche oder es käme eine Mitwirkung bei Veranstaltungen der Bücherei zustande, so Sabine Kreitschmann. Und schön wäre die ein oder andere zusätzliche Reise. Sabine Kreitschmann wohnt mit ihrem Mann Ingo Mörl, der ebenfalls so lange wie sie im Dekanat tätig war und im Ruhestand ist, im Mühltaler Ortsteil Frankenhausen. Beide Töchter leben inzwischen mit ihren Familien wieder ganz in der Nähe.
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