Erklärung zum Wahlausgang in Sachsen-Anhalt

veröffentlicht 07.09.2026 von rk, Dekanat Darmstadt

Oberbürgermeister Hanno Benz und Dekan Dr. Raimund Wirth haben eine gemeinsame Erklärung zum Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie von Stadt und Dekanat abgegeben.

Gemeinsame Erklärung von Oberbürgermeister Hanno Benz, Wissenschaftsstadt Darmstadt, und Dekan Dr. Raimund Wirth, Evangelisches Dekanat Darmstadt, zum Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist ein ernstes Warnsignal. Wenn eine Partei stärkste Kraft wird, die Ressentiments schürt, die gesellschaftliche Spaltung befördert und demokratische Institutionen unter Druck setzt, kann uns das nicht gleichgültig lassen.

Unsere Aufgabe ist es, die rechtsstaatliche, grundrechteorientierte und soziale Demokratie zu stärken, wie sie das Grundgesetz beschreibt. Das gilt in den Parlamenten auf allen Ebenen, in der Zivilgesellschaft und überall dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Demokratie lebt nicht allein von Mehrheiten. Sie lebt von Haltung und Respekt, von Beteiligung und von der Bereitschaft, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen. Wir widersprechen einem politischen Sündenbock-Prinzip, das von den aktuellen Herausforderungen durch Schuldzuweisungen an Zugewanderte ablenken oder finanzielle Probleme auf Kosten von Menschen in Not lösen will.

Als Wissenschaftsstadt Darmstadt und Evangelisches Dekanat Darmstadt stehen wir gemeinsam für Zusammenhalt, Menschenwürde und eine demokratische Kultur, die niemanden ausgrenzt. Mit unserer Partnerschaft für Demokratie im Rahmen von "Demokratie leben!" arbeiten wir gegen Extremismus, Menschenfeindlichkeit und jede Form der Radikalisierung. 
Für Sachsen-Anhalt ist unser Wunsch, dass eine Regierung der demokratischen Kräfte möglich wird und das Bundesland handlungsfähig bleibt. Es geht darum, im Sinne des Grundgesetzes und seiner Werte Verantwortung zu übernehmen. Hier vor Ort sehen wir unsere Aufgabe darin, verstärkt in den Dialog mit den Menschen gehen, die sich politisch nicht repräsentiert fühlen. Zusammen demokratisch zu gestalten beginnt mit Zuhören.

Gemeinsam bekräftigen wir: Feinden der Demokratie geben wir keine Macht! Es liegt an uns, Haltung zu zeigen, Brücken zu bauen und demokratische Bündnisse zu stärken. 

Wir treten jeder Art von Ausgrenzung entschieden entgegen und stehen in unsrer Partnerschaft für Demokratie zusammen mit vielen anderen für eine offene und solidarische Gesellschaft ein. Uns leitet Artikel 1 Satz 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Darmstadt, 7. September 2026

Hanno Benz
Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Dr. Raimund Wirth
Dekan des Evangelischen Dekanats Darmstadt

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Statement der Kirchenpräsidentin Christiane Tietz zur Wahl in Sachsen-Anhalt: 

https://www.ekhn.de/themen/demokratie-gestalten/demokratie-gestalten-nachrichten/kirchenpraesidentin-wahlergebnis-ist-tiefgreifende-politische-zaesur