Anke Liebherr neue Pfarrerin in Mühltal – Ordination am 15. August in Nieder-Ramstadt
Anke Liebherr zieht gerade gemeinsam mit ihrer Familie ins Pfarrhaus in Nieder-Ramstadt ein. Als Nachfolgerin von Pfarrer Christoph Mohr, der vor einem Jahr in den Ruhestand gegangen ist, beginnt sie am 1. August ihren Dienst in der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Mühltal. Am Samstag, 15. August, wird sie im Gottesdienst um 16 Uhr durch Propst Stephan Arras ordiniert. Der stellvertretende Dekan Sven Sabary wird sie als Pfarrerin im Evangelischen Dekanat Darmstadt begrüßen.
Es ist ihre erste Pfarrstelle. „Ich freue mich total auf den Dienst in Mühltal“, sagt Anke Liebherr. Nach ihrem Vikariat in der Johannesgemeinde Darmstadt blickt sie erwartungsvoll auf ihre neue Aufgabe. Besonders neugierig ist die 56-Jährige auf die Menschen in der Gemeinde. „Ich gehe gern auf Menschen zu, besuche sie und interessiere mich für ihre Lebensgeschichten.“ Dass sie einmal Pfarrerin werden würde, war keineswegs selbstverständlich. Die gebürtige Hannoveranerin, die in Lüneburg aufwuchs, absolvierte zunächst ein duales Studium bei der Post in Dieburg. Später wagte sie einen beruflichen Neuanfang, ließ sich zur Logopädin ausbilden und arbeitete unter anderem zwölf Jahre mit Kindern und Jugendlichen im Sozialpädiatrischen Zentrum der Darmstädter Kinderkliniken.
Nach einer Phase ohne kirchliche Bindung fand sie über ihr ehrenamtliches Engagement zurück in die Gemeinde. Sie engagierte sich viele Jahre ehrenamtlich zunächst im ökumenischen Kirchenladen Kirche & Co. in Darmstadt, später im Ökumenischen Gemeindezentrum Kranichstein und hier in der Kindergottesdienstarbeit, als Lektorin, im Kirchenvorstand und sang im Chor. Der Wunsch, Theologie zu studieren, begleitete sie schon lange. Als ihre beiden Kinder älter waren, wagte sie mit 51 Jahren den Schritt in den Main-Master-Studiengang in Frankfurt und Mainz.
„Im Vikariat habe ich die Vielseitigkeit des Pfarrberufs schätzen gelernt“, erzählt sie. Nach vielen Jahren in einem spezialisierten Beruf begeistert sie heute gerade die Vielfalt: Gottesdienste für unterschiedliche Generationen, Seelsorge, Besuche, Gruppen begleiten und gemeinsam mit Ehren- und Hauptamtlichen Gemeinde gestalten. Besonders gern arbeitet sie im Team und freut sich auf die Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen im Verkündigungsteam.
Ein besonderes Anliegen sind ihr Inklusion und Ökumene. Aus ihrer Zeit im Ökumenischen Gemeindezentrum weiß sie, wie bereichernd konfessionsübergreifende Zusammenarbeit sein kann. „Ich möchte die gelebte Ökumene hier in Mühltal gern unterstützen.“ Auch das Thema Inklusion liegt ihr am Herzen, „weil Menschen mit Behinderung selbstverständlich Teil unserer Kirche sind“. Anke Liebherr hat selbst eine erbliche Sehbehinderung und spricht offen darüber. „Ich freue mich, wenn Menschen mich einfach ansprechen und ihren Namen sagen. Lieber offen fragen, was geht und was nicht.“ Diese Offenheit prägt auch ihren Blick auf Kirche. Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Lebensgeschichten und Frömmigkeitsstilen sollen ihren Platz finden.
Die Freude am Glauben treibt sie an. Besonders wichtig ist ihr, mit Menschen über Gott und die Welt ins Gespräch zu kommen. Kraft schöpft sie aus dem Bibelwort: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.“ Mit Freude blickt sie auch auf ihre neue Heimat, „stadtnah und zugleich ländlich“. „Ich freue mich auf die Menschen hier“, so Anke Liebherr.